14. Januar 2019

Grundsteuerreform 2019

Sie kommt noch dieses Jahr, das ist sicher. Aber wie sie aussehen wird, weiß noch immer niemand. Betreffen wird sie jedenfalls alle auf die eine oder andere Weise.

2019 muss die neue Grundsteuer beschlossen werden und spätestens 2025 müssen die Kommunen diese umgesetzt haben. Was genau umgesetzt werden soll wird ab heute besprochen. Finanzminister Olaf Scholz lädt ab heute zu Gesprächen mit den Finanzministern der Länder. Zur Diskussion stehen drei Modelle, die wir Ihnen hier näher erläutern möchten.

Möglichkeit 1: Wertabhängiges Modell

Dieses Modell berücksichtigt den tatsächlichen Wert einer Immobilie. In die Berechnung des Einheitswertes fließen Wohnfläche, Baujahr, Grundstücksfläche, Bodenrichtwert und Nettokaltmiete (fiktiver aber realistischer Wert bei selbstgenutzten Immobilien) ein. Diese Angaben sollen Immobilienbesitzer Anfang 2020 mit der Steuererklärung abgeben.
Um dadurch eventuell entstehende Steuererhöhungen auszuschließen will der Finanzminister den Steuermessbetrag entsprechend senken, wobei Kommunen den Hebesatz weiterhin selbst festlegen können, um Steuerverluste auszugleichen. Insgesamt soll das Grundsteueraufkommen in etwa gleichbleiben.
Verhindert werden soll jedoch, dass Mieter und Eigentümer in teuren Gegenden, die bisher noch relativ günstig wohnten, nun stärker belastet werden und Vermieter die eventuell höhere Steuer auf die Miete umlegen.
Kritik hagelt es von Immobilienverbänden. Die Unstimmigkeiten und vielen Variablen dieses Modells stoßen auf Widerstand. Kompliziert und viel zu aufwändig, um tatsächlich aktuell und wirtschaftlich gehalten werden zu können.

Möglichkeit 2: Flächenmodell

Hierbei orientiert sich die Berechnung der Grundsteuer rein an der Fläche des Grundstücks und der vorhandenen Gebäude. Die tatsächlichen Werte bleiben unberücksichtigt. Teure Lage oder sehr günstig wäre also irrelevant. Dieses Modell ist einfach und mit geringem Aufwand umzusetzen. Allerdings stellt sich die Frage, ob das verfassungskonform ist, denn unrealistische Werte – wie in der Vergangenheit – sind ja gerade der Grund für die Reform.

Möglichkeit 3: Bodenwertmodell

Dieses Modell kommt ganz ohne Gebäude aus, nur der Wert des Bodens wird besteuert. Dieses Modell könnte eventuell den Wohnungsbau fördern, da auf Gebäude keine Steuer anfällt. Doch auch hier besteht das Problem, dass sich die Steuer in angespannten Wohngegenden erhöhen würde und die Vermieter die zusätzlichen Kosten auf die Mieter umlegen würde – sofern hier kein Riegel vorgeschoben wird.

Finanzminister Scholz bevorzugt das Wertabhängige Modell, die Union das Flächenmodell. Das Bodenwertmodell scheint für Scholz nicht wirklich interessant, aber man weiß ja nicht, wie die Besprechungen verlaufen.

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