Eigentümer Briefing · KW 38
Was Eigentümer & Verkäufer jetzt wissen sollten
Diesmal ordnen wir für Sie ein: die überraschende Zinserhöhung der EZB, warum ein Balkon beim Verkauf einer Eigentumswohnung heute mehr zählt als noch vor Kurzem, das neue Wärmenetzpaket der Bundesregierung sowie die Folgen des außergewöhnlich trockenen Sommers für Ihre Immobilie.
Finanzierung
EZB erhöht die Zinsen – Bauzinsen ziehen weiter an
Am 10. September 2026 hat der EZB-Rat die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben: Der Einlagesatz steigt zum 16. September 2026 auf 2,50 %, der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 %. Begründet wurde der Schritt mit anhaltend hoher Inflation – die Energiepreise lagen im August rund 14,3 % über Vorjahr, für 2026 rechnet die EZB im Schnitt mit 3,0 % Inflation. Bauzinsen für zehnjährige Darlehen lagen laut Interhyp am Entscheidungstag bei rund 4,2 %.
Was das für Sie heißt: Steigende Finanzierungskosten schränken das Budget vieler Kaufinteressenten weiter ein. Richten Sie Ihren Angebotspreis realistisch am aktuellen Nachfrageverhalten aus statt an Preisvorstellungen aus Zeiten günstigerer Zinsen, und planen Sie etwas mehr Vermarktungszeit ein.
Quellen: EZB-Ratsbeschluss, 10.09.2026 · EZB-Sitzungskalender
Markt & Verkauf
ImmoScout24: Balkon wird beim Wohnungsverkauf immer wichtiger
Laut einer aktuellen Datenanalyse von ImmoScout24 erhielten Eigentumswohnungen mit Balkon im zweiten Quartal 2026 im Schnitt 19 % mehr Anfragen pro Inseratstag als vergleichbare Wohnungen ohne Balkon – vor drei Jahren lag dieser Vorsprung erst bei 6 %. Bei Mietwohnungen zeigt sich dagegen der gegenteilige Trend: Dort zählen Preis und Verfügbarkeit inzwischen stärker als der Balkon.
Was das für Sie heißt: Verkaufen Sie eine Eigentumswohnung mit Balkon, lohnt es sich, diesen in Exposé und Fotos gezielt in Szene zu setzen. Fehlt ein Balkon, sollten andere Vorzüge – Lage, Grundriss, Ausblick – in der Vermarktung entsprechend stärker betont werden.
Quelle: ImmoScout24-Datenanalyse via asscompact.de, 31.08.2026
Gesetzgebung
Kabinett beschließt Wärmenetzpaket: Mehrbelastung bei Fernwärme soll gedeckelt werden
Am 26. August 2026 hat das Bundeskabinett die Eckpunkte eines Wärmenetzpakets beschlossen. Kernstück ist eine „50-Cent-Regel“: Investiert ein Eigentümer erheblich in die Umstellung auf Fernwärme, soll die daraus resultierende monatliche Mehrbelastung künftig auf maximal 50 Cent je Quadratmeter Wohnfläche begrenzt sein – ähnlich wie bereits bei Wärmepumpen. Wichtig: Es handelt sich bislang um Eckpunkte, noch kein geltendes Recht; Referentenentwurf, Verbändeanhörung und parlamentarisches Verfahren stehen noch aus.
Was das für Sie heißt: Wer einen Fernwärmeanschluss plant oder bereits mit dem Versorger verhandelt, sollte die weitere Ausgestaltung des Gesetzes im Blick behalten, bevor er sich langfristig bindet. Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt weiterhin die bisherige Rechtslage.
Quelle: Kabinettsbeschluss Wärmenetzpaket, Stand 26.08.2026
Gebäudevorsorge
DWD: Sommer 2026 war einer der wärmsten und trockensten seit Aufzeichnungsbeginn
Der Deutsche Wetterdienst bilanziert den Sommer 2026 bundesweit mit einer Durchschnittstemperatur von 19,6 °C – 3,3 Grad über dem vieljährigen Mittel 1881–2025. Nur der Jahrhundertsommer 2003 dürfte geringfügig wärmer gewesen sein. Mit rund 171 l/m² fiel zugleich nur etwa 72 % des üblichen Niederschlags, besonders in West- und Südwestdeutschland; die Böden sind vielerorts stark ausgetrocknet.
Was das für Sie heißt: Nach einem so trockenen Sommer lohnt sich vor dem Herbst ein Blick auf Fundament, Kellerwände und Bepflanzung in Fundamentnähe – stark ausgetrocknete, tonhaltige Böden können sich bei den ersten kräftigen Regenfällen setzen. Dokumentierte Vorsorge schafft zudem Vertrauen bei einem späteren Verkauf.
Quelle: Deutscher Wetterdienst, Sommerbilanz vom 31.08.2026
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