Immobilienleerstand: was er kostet — und was Eigentümern hilft
Eine leere Wohnung kostet jeden Monat Geld, auch wenn nichts passiert. In der Stadt Hof steht mehr als jede zwölfte Wohnung leer — doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt. Dieser Beitrag rechnet vor, was das konkret bedeutet, und zeigt die drei Wege, die Eigentümern offenstehen.
Quellen: Zensus 2022, Stichtag 15. Mai 2022 — bundesweite Auswertung durch das BBSR; Werte für die Stadt Hof aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept Hof 2040 (Fortschreibung vom 25. April 2025).
Was Leerstand tatsächlich kostet
Leerstand fühlt sich wie eine Pause an. Buchhalterisch ist er das Gegenteil.
Was weiterläuft
Grundsteuer, Hausgeld oder Betriebskostenanteile, Gebäude- und Haftpflichtversicherung, Instandhaltung und die Grundpreise für Strom, Wasser und Heizung fallen unverändert an. Diese Posten sind einzeln klein und in Summe der Grund, warum ein leeres Objekt die Rendite kippen kann.
Dazu kommen Risiken, die mit der Dauer wachsen: Frostschäden an Leitungen, Feuchtigkeit und Schimmel durch fehlende Lüftung, Schäden durch unbefugtes Betreten. Ein unbewohntes Haus wird nicht konserviert, es altert schneller.
Was fehlt
Der größte Posten steht in keiner Rechnung, weil er nie gestellt wird: die entgangene Miete. In der Stadt Hof liegt die durchschnittliche Angebotsmiete für Wohnungen bei 7,73 Euro je Quadratmeter.
Hof ist doppelt so stark betroffen wie der Bundesschnitt
Ob Leerstand ein vorübergehender Effekt oder ein strukturelles Problem ist, entscheidet die Region — und hier ist die Antwort eindeutig.
Die Zahlen für Hof
Zum Zensus-Stichtag 15. Mai 2022 standen in der Stadt Hof 2.389 Wohnungen leer. Das sind 8,7 Prozent des Wohnungsbestands, bei einem bundesweiten Wert von 4,3 Prozent. Die Stadt Hof benennt das in ihrem Stadtentwicklungskonzept selbst als deutlich mehr als der bundesweite Leerstand.
Besonders betroffen sind laut diesem Konzept das Enoch-Widmann-Viertel, das Bahnhofsviertel, die Innenstadt, Krötenbruck und die Fabrikvorstadt. Wer dort eine Immobilie besitzt, konkurriert beim Vermieten und beim Verkaufen mit deutlich mehr Angebot als in anderen Lagen — welche Preise in Hof derzeit tatsächlich erzielt werden, steht im Marktbericht Hof 2026, die Lage vor Ort begleitet unser Büro in Hof.
Und im Fichtelgebirge
Für den Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge liegt uns keine so genaue Einzelauswertung vor wie für die Stadt Hof. Der Deutschlandatlas des Bundes ordnet die westdeutschen Mittelgebirge — und nennt dabei das Fichtelgebirge ausdrücklich — in eine Spanne von sechs bis acht Prozent ein. Auch das liegt klar über dem Bundesdurchschnitt; die Zahlen zum Markt dort stehen im Marktbericht Wunsiedel 2026, betreut wird die Region von unserem Team im Fichtelgebirge.
Bundesweit gilt außerdem: 55 Prozent der leerstehenden Wohnungen standen bereits zwölf Monate oder länger leer. Leerstand ist also in der Mehrzahl der Fälle kein Mieterwechsel, sondern ein Dauerzustand — und der löst sich nicht von selbst.
Drei Wege aus dem Leerstand
Welcher Weg der richtige ist, hängt an Zustand, Lage und daran, was Sie mit der Immobilie langfristig vorhaben.
Vermieten
Der naheliegende Weg, wenn das Objekt bezugsfertig ist und die Lage Nachfrage hat. Entscheidend sind eine realistische Miete, saubere Unterlagen und eine zügige Neuvermietung — jeder zusätzliche Leerstandsmonat frisst die Mehreinnahme eines zu hoch angesetzten Preises auf.
Sanieren oder umnutzen
Sinnvoll, wenn der Sanierungsaufwand den Wertzuwachs klar unterschreitet. Das lässt sich ausrechnen, statt es zu schätzen: Marktwert im Ist-Zustand gegen erwarteten Wert nach der Maßnahme, abzüglich Kosten. Bei strukturellem Leerstand in der Lage geht diese Rechnung seltener auf.
Verkaufen
Der richtige Weg, wenn weder Vermietung noch Sanierung wirtschaftlich trägt oder wenn Sie die Verantwortung abgeben möchten. Wichtig ist der Zeitpunkt: Je länger ein Objekt leer steht, desto größer wird der Instandhaltungsrückstand — und desto größer der Abschlag im Preis.
Was Sie in den ersten Wochen klären sollten
Fünf Schritte, die unabhängig davon sinnvoll sind, welchen Weg Sie am Ende wählen.
- Versicherung informieren. Viele Gebäudeversicherungen werten längeren Leerstand als anzeigepflichtige Gefahrerhöhung und knüpfen Auflagen daran. Was für Ihren Vertrag gilt, steht in Ihren Bedingungen.
- Zustand dokumentieren. Fotos mit Datum, Zählerstände, bekannte Mängel. Das schafft eine Grundlage für jede spätere Entscheidung und für den Fall eines Schadens.
- Objekt sichern und lüften. Regelmäßige Kontrollgänge, im Winter die Heizung auf Frostschutz oder die Leitungen entleeren.
- Unterlagen zusammentragen. Grundbuchauszug, Grundrisse, Energieausweis, Teilungserklärung bei Eigentumswohnungen, Nachweise zu Sanierungen. Diese Mappe brauchen Sie für jeden der drei Wege.
- Marktwert klären. Erst mit einer belastbaren Zahl lässt sich vergleichen, ob Vermieten, Sanieren oder Verkaufen das bessere Ergebnis bringt. Alles davor ist Bauchgefühl.
Passende weiterführende Links
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- Standorte — Wo vub makler vor Ort ist — Hof, Fichtelgebirge und Umgebung.
Bewertungen und Auszeichnungen von vub makler
Externe Bewertungsprofile helfen Eigentümern und Interessenten bei der ersten Einordnung.
209 Bewertungen
30 Bewertungen
439 Bewertungen
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Sagen Sie uns, um welches Objekt es geht und wie lange es schon leer steht. Wir ordnen ein, welcher der drei Wege sich bei Ihnen rechnet — ohne Verpflichtung und ohne Verkaufsdruck.
- Rufnummer
- 09281 8607554
- info@vub-makler.de
- Büro
- Poststraße 15, 95028 Hof
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Häufige Fragen zum Immobilienleerstand
Kurze Antworten auf die Fragen, die uns zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.
Meine Wohnung steht leer — was muss ich zuerst beachten?
Drei Dinge in den ersten Wochen: Melden Sie den Leerstand Ihrer Gebäudeversicherung, denn viele Verträge behandeln längeren Leerstand als anzeigepflichtige Gefahrerhöhung. Dokumentieren Sie den Zustand mit Fotos und Datum. Und verschaffen Sie sich Klarheit über den Marktwert, bevor Sie über Vermieten, Sanieren oder Verkaufen entscheiden — ohne diese Zahl ist jede der drei Optionen eine Vermutung.
Welche Kosten laufen bei Leerstand weiter?
Grundsteuer, Hausgeld beziehungsweise Betriebskostenanteile, Gebäude- und Haftpflichtversicherung, Instandhaltung sowie die Grundpreise für Strom, Wasser und Heizung laufen unabhängig davon weiter, ob jemand in der Wohnung wohnt. Dazu kommt die entgangene Miete, die wirtschaftlich den größten Posten ausmacht.
Was kostet ein Jahr Leerstand in Hof konkret?
Bei einer 70 Quadratmeter großen Wohnung und der durchschnittlichen Angebotsmiete von 7,73 Euro je Quadratmeter sind das rund 541 Euro im Monat oder etwa 6.490 Euro Nettokaltmiete im Jahr — ohne die laufenden Kosten, die zusätzlich anfallen. Quelle der Miete: immowelt, Stand 1. Oktober 2026.
Wie hoch ist der Wohnungsleerstand in Hof?
In der Stadt Hof standen zum Zensus-Stichtag 15. Mai 2022 rund 2.389 Wohnungen leer, das entspricht 8,7 Prozent des Wohnungsbestands. Bundesweit lag die Quote bei 4,3 Prozent. Hof ist damit etwa doppelt so stark betroffen wie der Durchschnitt. Quelle: Integriertes Stadtentwicklungskonzept Hof 2040, Fortschreibung vom 25. April 2025.
Muss ich der Versicherung melden, dass die Immobilie leer steht?
Viele Gebäudeversicherungen sehen in längerem Leerstand eine anzeigepflichtige Gefahrerhöhung und knüpfen daran Auflagen, etwa regelmäßige Kontrollgänge oder das Entleeren der Leitungen im Winter. Ob und ab welcher Dauer das für Ihren Vertrag gilt, steht in Ihren Versicherungsbedingungen. Klären Sie es, bevor ein Schaden eintritt — nicht danach.
Lohnt sich Sanieren oder sollte ich direkt verkaufen?
Das entscheidet sich an zwei Zahlen: dem Marktwert im heutigen Zustand und dem zu erwartenden Wert nach der Sanierung, abzüglich der Kosten. Liegt die Differenz unter den Sanierungskosten, rechnet sich der Verkauf im Ist-Zustand. In Lagen mit strukturellem Leerstand ist das häufiger der Fall als in nachgefragten Vierteln. Eine Werteinschätzung vor der Entscheidung kostet Sie nichts und verändert oft das Ergebnis.