Eigentümer Briefing · KW 40
Was Eigentümer & Verkäufer jetzt wissen sollten
Diesmal ordnen wir für Sie ein: Die Bauzinsen erreichen ihren höchsten Stand seit 2011, neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, wie unterschiedlich sich Immobilienpreise in Stadt und Land entwickeln, die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen steigt weiter kräftig, und der CO2-Preis lässt die Heizkosten für Öl und Pellets in diesem Winter spürbar steigen.
Finanzierung
Bauzinsen erreichen höchsten Stand seit 2011
Laut Interhyp lag der Zins für zehnjährige Baufinanzierungen am 24. September 2026 bei 4,39 % – der höchste Stand seit April 2011. Vier Wochen zuvor waren es noch 4,02 %, im März 2026 erst 3,60 %. Auch das Vergleichsportal biallo.de meldete mit durchschnittlich 4,28 % (Stand 18.09.2026) den höchsten Stand seit April 2011, Dr. Klein nannte zum 25.09.2026 einen Sollzins von 4,07 % (effektiv 4,17 %). Haupttreiber sind die gestiegenen Renditen zehnjähriger Bundesanleihen (zuletzt 3,58 %), die EZB-Leitzinserhöhung vom 10. September sowie anhaltende geopolitische Unsicherheit. Beispielkonditionen sind keine individuellen Finanzierungsangebote.
Was das für Sie heißt: Mit jedem Zehntel mehr Zins sinkt das Budget vieler Kaufinteressenten weiter. Kalkulieren Sie Ihren Angebotspreis realistisch, achten Sie auf eine belastbare Finanzierungsbestätigung des Interessenten und planen Sie etwas mehr Vermarktungszeit ein – die nächste reguläre EZB-Zinsentscheidung fällt erst am 29. Oktober 2026.
Quelle: cash-online.de, 25.09.2026
Markt & Verkauf
Destatis: Stadt und Land entwickeln sich bei Immobilienpreisen auseinander
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom 24. September 2026 stiegen die Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026 bundesweit um 0,6 % gegenüber dem Vorjahresquartal und um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal. Der Blick ins Detail zeigt ein geteiltes Bild: In kreisfreien Großstädten außerhalb der Metropolen legten Eigentumswohnungen um 2,0 % zu, Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,7 %. In den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf) sanken die Preise für Eigentumswohnungen dagegen um 0,4 %, während Häuser dort um 0,7 % zulegten. In ländlichen Kreisen verloren Eigentumswohnungen bis zu 1,8 % an Wert, Ein- und Zweifamilienhäuser gewannen dagegen bis zu 2,5 % hinzu.
Was das für Sie heißt: Pauschale Aussagen zur Marktentwicklung greifen derzeit zu kurz. Ob Ihre Immobilie eher im Wert gestiegen oder gesunken ist, hängt stark von Lage und Objekttyp ab – ein Einfamilienhaus in einer kleineren Stadt der Region kann sich derzeit deutlich anders entwickeln als eine Eigentumswohnung in einer Metropole. Eine aktuelle, objektspezifische Marktwertanalyse ersetzt hier jede allgemeine Preisstatistik.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung PD26/336 vom 24.09.2026
Neubau & Angebot
Baugenehmigungen für Wohnungen legen weiter deutlich zu
Im Juli 2026 wurden laut Destatis 22.500 Wohnungen zum Bau genehmigt – 1,9 % mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Juli 2026 summieren sich die Genehmigungen auf 148.800 Wohnungen, ein Plus von 12,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders kräftig wuchs die Zahl der genehmigten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (+15,1 % auf 79.700), aber auch bei Ein- (+9,7 %) und Zweifamilienhäusern (+25,0 %) ging es deutlich nach oben. Destatis spricht von einem anhaltenden Aufwärtstrend beim Wohnungsneubau. Veröffentlicht wurde die Statistik am 18. September 2026.
Was das für Sie heißt: Mehr genehmigte Neubauwohnungen bedeuten mittelfristig mehr Auswahl für Käufer – vor allem in Regionen mit viel Mehrfamilienhaus-Neubau kann das den Wettbewerb für bestehende Eigentumswohnungen erhöhen, sobald diese Projekte fertiggestellt sind. Wer den Verkauf ohnehin plant, profitiert davon, das aktuell noch knappere Angebot zu nutzen, statt lange abzuwarten.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung PD26/330 vom 18.09.2026
Energie & Nebenkosten
CO2-Preis treibt Heizkosten für Öl und Pellets kräftig nach oben
Aktuelle Berechnungen zeigen für eine 70-Quadratmeter-Wohnung deutliche Unterschiede zwischen den Energieträgern: Heizöl verteuert sich 2026 um rund 24 % auf etwa 1.275 €, Holzpellets um rund 17 % auf etwa 860 €, während Erdgas mit rund 1.120 € sogar leicht günstiger wird (-4 %). Ein wesentlicher Treiber bei Öl und Pellets ist der CO2-Preis im nationalen Emissionshandel, der 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 € je Tonne liegt und bei Heizöl mit einem Aufschlag von bis zu 4,1 Cent je Liter zu Buche schlägt. Bei selbst genutzten oder eigenständig beheizten Immobilien tragen Eigentümer diese Mehrkosten vollständig selbst; nur bei Vermietung lässt sich ein Teil über das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz auf Mieter umlegen.
Was das für Sie heißt: Wer eine Immobilie mit Öl- oder Pelletheizung verkauft, sollte sich auf gezielte Nachfragen zu den zu erwartenden Heizkosten einstellen – ein Modernisierungsfahrplan oder klare Angaben zum energetischen Zustand schaffen hier Vertrauen. Auch für die eigene Immobilie lohnt sich rechtzeitig vor dem Winter ein Blick auf mögliche Einsparpotenziale.
Quelle: buerger-geld.org, 24.09.2026
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